Gemeinsames Studierenden-Team der FAU, JMU und der TH Nürnberg holen Silber bei iGEM-Wettbewerb

Foto: iGEM-Team 2017

Die Herstellung und Optimierung von künstlichem Muskelgewebe war das diesjährige Ziel des iGEM-Teams der FAU. iGEM steht dabei für „international Genetically Engineered Machine“ und ist ein Wettbewerb in der synthetischen Biologie für Studierenden-Teams aus aller Welt.

Die Idee, verschiedene künstliche Muskelgewebe zu entwickeln, entstand aus der großen Interdisziplinarität des Teams bestehend aus Studentinnen und Studenten der Biologie und Chemie sowie der Ingenieur- und Geisteswissenschaftlern der FAU. Im weiteren Projektverlauf schlossen sich Studierende der Julius-Maximilians-Universität Würzburg und der Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg mit ihrer jeweiligen Expertise an und das Team „iGEM Franconia“ entstand.

Das Team entwarf zwei unterschiedliche Muskelgewebetypen, die beide auf der Verbindung von Proteinfasern aus transgenen Bakterien basierten. Das erste Konzept bestand aus zwei durch Kohlenstoffnanoröhren leitfähig gemachte Proteinschichten, die durch eine isolierende Proteinschicht getrennt werden. Durch Anlegen einer Spannung ziehen sich die beiden leitenden Schichten aufgrund ihrer entgegengesetzten Ladung an und komprimieren die elastische Zwischenschicht.

Das zweite Konzept ist an den Chemie-Nobelpreis 2016 angelehnt. Die Proteinmatrix wird dabei mit sogenannten molekularen Maschinen versetzt, die die Kontraktion des Gewebes nach Lichteinwirkung bewirken. Die genutzten molekularen Maschinen waren speziell funktionalisierte Azofarbstoffe, die mittels Biotin an die Proteinmatrix gebunden wurden.

Das ambitionierte Projekt sowie die öffentliche Arbeit, zu der die Entwicklung der App „Pathomon“ zählte, wurden bei der Abschlussveranstaltung in Boston mit einer Silbermedaille honoriert.

Weitere Informationen zu iGEM:

http://2017.igem.org/Team:Franconia