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Professur für Anorganische Chemie neu besetzt

Portrait Prof. Dr. Karl Mandel
Foto: Fraunhofer ISC / Katrin Selsam

Prof. Dr. Karl Mandel neu am Department

Ab April 2020 wird die W2-Professur für Anorganische Chemie mit Prof. Dr. Karl Mandel neu besetzt. Prof. Dr.  Mandel tritt die Nachfolge von Prof. Dr. Julien Bachmann an, der 2019 den Lehrstuhl für Thin Film Chemistry des Exzellenzclusters Engineering of Advanced Materials (EAM) erhalten hatte. Die Professur ist am Lehrstuhl für Anorganische und Allgemeine Chemie angesiedelt.

Prof. Dr. Mandel studierte Mineralogie/Kristallographie, Geologie und Geophysik (BSc.) an der Ludwig-Maximilians-Universität und der Technischen Universität München. An der Universität Ulm erhielt er 2010 den Masterabschluss in Materialwissenschaften, für seine Masterarbeit war er an der University of Oxford. Danach wechselte er zur Julius-Maximilians-Universität Würzburg, wo er 2013 mit summa cum laude promovierte und im Januar 2020 in Materialchemie zum Thema „Functional supraparticles based on iron oxide and silica nanoparticle building blocks“ habilitierte. Trotz Angeboten, an anderen Orten zukünftig tätig zu werden, ist Karl Mandel dem Ruf der FAU gefolgt.

„Seit je her war die FAU Erlangen meine absolute Wunsch-Wirkungsstätte. Das hat zum einen mit der Ausrichtung der Forschung dort zu tun, zu der meine eigene Partikel-, Material- und Nanoforschung sehr passfähig ist, zum anderen hat es mit der großen Bereitschaft für interdisziplinäres Arbeiten zu tun, das in meinen Augen an der FAU in wunderbarer Weise gelebt wird. Diesen Eindruck hatte ich auch beim Auswahlverfahren für die Professur, wo man meiner Forschung, die sich zugegebenermaßen nicht ganz so leicht in eine „Schublade“ packen lässt, mit großer Offenheit und großem Interesse begegnet ist, obgleich es nicht die „typische“ Anorganische Chemie ist“, sagt Prof. Dr. Mandel. „Dies ist sicherlich eine Besonderheit im Department Chemie und Pharmazie der FAU und ganz besonders in der dortigen Anorganischen Chemie, was ich so nicht von so vielen Orten kenne und ganz großartig finde.“

Bereits während seiner Ausbildungszeit erhielt Karl Mandel Auszeichnungen – unter anderem den Deutschen Studienpreis der Körber-Stiftung 2014 sowie das Max-Buchner-Forschungsstipendium und einen Preis der Alfred-Kärcher-Stiftung 2016. 2017 erhielt er einen BMBF NanoMatFutur Grant in Höhe von 1,8 Mio. €, den er an die FAU mitbringt. An der Universität Würzburg wurde er im Rahmen seiner Habilitation zum Emil-Fischer-Fellow ernannt.

Herr Mandel war zudem Research Associate, Co-Group Leader und ist nun Leiter der Forschungsgruppe Particle Technology am Fraunhofer-Institut für Silicatforschung (ISC) in Würzburg.

Seine Forschungsschwerpunkte befassen sich mit der Synthese von sogenannten funktionalen Suprapartikeln. Der Ansatz ist dabei, nasschemisch hergestellte, nanopartikuläre Bausteine zu komplexeren, partikulären Einheiten, den Suprapartikeln, zu kombinieren. Zudem können diesen Einheiten auch molekulare Komponenten hinzugefügt werden. Durch die Kombination der Bausteine mit ihren ganz charakteristischen physikalischen Eigenschaften können in den Suprapartikeln neue Funktionalitäten entstehen, für die sich der Arbeitskreis Mandel interessiert. Oft besitzen die Partikel eine direkte Anwendungsrelevanz, beispielsweise geht es in dem NanoMatFutur-Vorhaben NANO-ID darum, Suprapartikel zu entwickeln, die eine einzigartige ID tragen, um so Stoff- und Produktströme markieren zu können, was ein wichtiger Beitrag für zukünftiges Recycling und einen nachhaltigeren Umgang mit Materialien ist.

Ein wichtiges Werkzeug zur Herstellung der Suprapartikel ist die Sprühtrocknung, die auch in anderen Forschungsgruppen an der FAU eine wichtige Rolle spielt, so dass sich Herr Mandel hier viele zukünftige Synergien erhofft. Synergie ist auch das Stichwort: Grundsätzlich lebt die Forschung des Arbeitskreises Mandel von der interdisziplinären Kooperation, da die Thematik der Suprapartikel per se dazu prädestiniert ist, unterschiedliche molekulare und nanokomponentige Entwicklungen anderer Gruppen miteinander zu kombinieren – immer auf der Suche nach neuen Funktionalitäten für die Materialien von morgen.

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