In Gedenken an Prof. Geoffrey Lee PhD

Portrait Prof. Geoffrey Lee PhD
Foto: FAU / Gerd Grimm

Das Department Chemie und Pharmazie trauert um Prof. Geoffrey Lee PhD, der am 25. November 2020 nach kurzer, schwerer Krankheit verstorben ist. Prof. Lee war seit 1993 Inhaber des Lehrstuhls für Pharmazeutische Technologie an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU).

Prof. Lee studierte Pharmazie an der London University, UK, an der er 1980 auch promovierte. Anschließend führten ihn Forschungsaufenthalte für zwei Jahre an die University of Southern California, USA, und weitere zwei Jahre an die University of North Carolina, Chapel Hill, USA. Als Humboldt-Stipendiat baute er seine wissenschaftliche Karriere in den darauffolgenden beiden Jahren an der Universität Regensburg aus. Sein Weg führte ihn danach zurück in die USA, wo er an der University of Illinois in Chicago als Assistant Professor forschte. 1986 kehrte er wieder nach Deutschland zurück und nahm eine C3-Professur an der Universität Heidelberg an, bevor er 1993 dem Ruf auf die C4-Professur für Pharmazeutische Technologie der FAU folgte, die er bis zu seinem Ruhestand im September 2020 innehatte.

Geoffrey Lees Forschung beschäftigte sich mit der Trocknung von Therapeutika und Diagnostika, wobei er insbesondere für seine weitreichende Expertise in der Sprüh- und Gefriertrocknung von Proteinen wissenschaftlich und auch von der Industrie international hochanerkannt war. Neben Kooperationen mit zahlreichen Unternehmen zur Anwendung seiner wissenschaftlichen Erkenntnisse, ging es ihm immer auch um die Weiterentwicklung der Grundlagenforschung. Besonders zu nennen sind hier das Trocknungsverhalten oder die Stabilität von Proteinen während der Trocknung an einem einzelnen, in der Schwebe gehaltenen Tropfen. Mit der Entwicklung von Pulvern zur Anwendung in nadellosen Injektionssystemen – etwa zur Impfung, machte er sich ebenso einen Namen wie mit gesteuerten transdermalen therapeutischen Systemen. In jüngerer Vergangenheit widmete er sich verstärkt der ultraschallgesteuerten Wirkstofffreisetzung aus Nanopartikeln.

Viele seiner Forschungsvorhaben wurden durch renommierte Drittmittelgeber, wie die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert, und wurden in Kooperationen innerhalb der Universität, aber auch mit nationalen und internationalen Industriepartnern in interdisziplinären Netzwerken verwirklicht.

Zudem war Geoffrey Lee war über viele Jahre Associated Editor des European Journal of Pharmaceutics and Biopharmaceutics.

Herr Prof. Lee war im Department für Chemie und Pharmazie langjährig als Vorsitzender des Studienausschusses tätig und fungierte auch als Dekan der Naturwissenschaftlichen Fakultät. Als Mentor für zahlreiche Doktorarbeiten und mehrere Habilitationen hat er erfolgreiche Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler auf ihrem Weg in die berufliche und wissenschaftliche Karriere gefördert und begleitet. Im Kreis seiner Kolleginnen und Kollegen wurde er aufgrund seiner fachlichen Kompetenz und Erfahrung sehr geschätzt. In persönliche Kontakten offenbarte Geoffrey Lee sich als freundlicher, zugewandter Gesprächspartner und immer auch als Gentleman der alten Schule.

Die Studierenden der Pharmazie an der FAU Erlangen trauern ebenfalls um ihren hochgeschätzten Dozenten Professor Lee. Seine Vorlesungen hielt er stets mit außerordentlichem Engagement und Enthusiasmus. Insbesondere aufgrund seiner aufgeschlossenen, herzlichen Art wurde er von allen Studierenden sehr geschätzt. Seine Leidenschaft, die nicht nur seinem Fachgebiet, sondern vor allem auch der Lehre galt, werden sie stets in dankbarer Erinnerung behalten.

Ein angenehmes Arbeitsklima war Herrn Lee wichtig, zahlreiche Weißwurstfrühstücke werden den Mitarbeitern genauso in Erinnerung bleiben, wie die gemeinsamen Weihnachtsessen. Seine Familie, die ihm viel bedeutete, verwöhnte er mit seinen Kochkünsten, vorzugsweise mit einem scharfen, indischen Curry. Prof. Lee hat den Lehrstuhl für Pharmazeutische Technologie mit seiner angenehmen, pragmatischen Art und sehr viel Menschlichkeit geführt, und den Lehrstuhl damit zu einem sehr lebenswerten Ort für seine Mitarbeiter, aber auch für die Studierenden gemacht. Er hinterlässt eine große Lücke am Lehrstuhl und eine unfassbare Trauer.

Unsere Gedanken sind bei seiner Familie, seiner Frau und seinen beiden Kindern, denen wir viel Kraft und Hoffnung in dieser Zeit wünschen.

Kontakt

Prof. Dr. Dagmar Fischer, Apoth.

Lehrstuhlinhaberin

Department Chemie und Pharmazie
Lehrstuhl für Pharmazeutische Technologie (Prof. Dr. Fischer)